Über den Zaun geschaut...


Tipps & Tricks im Kleingartenbau


Wissensenswertes für den Kleingartenbau. Wir fragen die "alten (Garten) Hasen, wie sie Bäume schneiden, so große Tomaten züchten,

die Erde wieder fruchtbar machen, oder wann die beste Zeit zum Radieschen pflanzen ist u.v.m.


Außerdem findet ihr auf der Seite einen Feed des BKD e.V. mit laufend neuen Informationen rund um den Kleingarten.


Diese Seite soll unter Mithilfe aller Gartenfreund:innen gemeinschaftlich wachsen und zu einem Archiv für unser Garten know how werden.


Für den Start ist geplant, jeden Monat ein neues Thema vorzustellen. Mit nützlichen Inhalten und empfehlenswerten externen Ratgebern oder YouTube Videos immer passend zur Jahreszeit. 

Hier findet ihr die Neuigkeiten des Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e. V. per RSS Feed

...und hier unsere eigenen Beiträge gerne auch für alle interessierten Gartenfreund:innen

J U N I

Insektenhotel aus einem Baumstumpf


Hat man früher Baumstümpfe sogar chemisch behandelt, damit sie möglichst schnell "verschwinden" geht man heute viel nachhaltiger mit Totholz um. Hier ein schönes Beispiel zur Wandlung zum Insektenhotel.


Mit einem Insektenhotel entsteht wertvoller Lebensraum für Wildbienen und andere nützliche Insekten. In vielen Gärten fehlen natürliche Nistplätze wie Totholz, markhaltige Pflanzenstängel oder offene Bodenstellen. Ein gut gebautes Wildbienenhotel kann dabei helfen, diesen Mangel auszugleichen.

Wichtig beim Bau des Hotels ist es, darauf zu achten, dass die Bohrlöcher glatt, also nicht ausgefranst und lang genug sind.

Entscheidend sind lt. NABU saubere Röhren mit unterschiedlichen Durchmessern, ausreichend Tiefe und natürliche Materialien.


Standort:

Ein gutes Wildbienenhotel platziert man am besten sonnig, trocken und windgeschützt – idealerweise mit Ausrichtung nach Süden oder Südosten. Die Nisthilfe sollte stabil stehen oder hängen.  Direkt davor braucht es genügend freie Anflugfläche.

M A I

Im Mai geht's endlich richtig los!

Lange Schlangen vor den Gartencentern, um noch rechtzeitig alles was in's eigene Beet soll, zu erhaschen.

Doch Vorsicht: Die "Beute" darf nicht zu früh ins Aussenbeet. Vor dem Ende der Eisheiligen kann es immer noch zu Nachtfrost kommen. 

Alle wärmeliebenden Pflanzen wie Tomaten, Kürbis, Paprika etc. müssen daher noch auf der warmen Fensterbank aushalten. 


Salat und Radieschen, Gelbe Rüben (Möhren) können dagegen schon raus in's Aussenbeet. 


Frühlingsblüher wie Narzissen oder Pfingstrosen: Hier sollten die Blüten geschnitten werden, damit die Pflanzen auch im nächsten Jahr wieder kräftig austreiben.


Rasenpflege vs. Artenvielfalt. Ein frisch gemähter Rasen mag für die Ästhetik einzelner GartenliebhaberInnen schön anzusehen sein, entzieht aber der Artenvielfalt im heimischen Garten jegliche Grundlage.

Es gibt sicher auch einen Mittelweg, um das Empfinden der eigenen Ästhetik mit Artenvielfalt zu verbinden.:

Rasen mal wachsen lassen. Den Rasenmäher öfter stehen lassen. Wenn der Rasen nur alle 2 bis 3 Wochen statt wöchentlich gemäht wird, sprießen Klee, Gänseblümchen und Ehrenpreis und das lieben die Insekten.

Abschnittsweise mähen: Nicht die gesamte Fläche auf einmal mähen, sondern versetzt. So haben Insekten immer Rückzugs- und Nahrungsorte.

Der NABU hat dazu folgende Empfehlungen herausgegeben:

  • Rasenmäher auf die höchste Stufe einstellen
  • Frühestens Mitte Juni zum ersten Mal mähen
  • Nicht alles auf einmal, sondern abschnittsweise in Abständen von zwei bis drei Wochen mähen, damit nicht alle Blütenpflanzen auf einmal verschwunden sind
  • Wer Platz für spielende Kinder braucht, kann kleine Inseln stehen lassen und drumherum mähen
  • Randbereiche möglichst stehen lassen und nicht mähen. Hier entwickeln sich mit der Zeit "wilde Ecken", in denen Insekten überwintern können

A P R I L

Arbeitssicherheit im Kleingarten

Das Gartenjahr hat angefangen und wir sind alle fleißig am Garteln. Bäume werden geschnitten, Hecken gekürzt, Beete umgegraben, alte Pflanztöpfe gesäubert und neu verteilt, Erde wird geliefert, der erste Rasenschnitt lässt nicht mehr lange auf sich warten und und und….


Für die Kleingärtner:innen sind all das Routinearbeiten - und doch passieren gerade bei Routinearbeiten im Garten lt. Bundesanstalt für Arbeitsschutz rd. 200.000 Unfälle pro Jahr. Das ist eine erschreckende Zahl! Auch in unserer Anlage kam es schon zu verschiedenen schweren Unfällen.


Meine Intension ist nicht der erhobene Zeigefinger, mir geht es darum mit ein paar Tipps und Infos zum Thema Arbeitsschutz und Persönliche Schutzausrüstung (PSA) sich und andere vor Verletzungen zu schützen.


Ursachen für Unfälle und Verletzungen

Viele Unfälle lassen sich m.E. vermeiden, wenn man die Ursachen kennt, somit die Gefahrenquellen gar nicht erst entstehen lässt. 


Lt. der Bundesanstalt für Arbeitsschutz verteilen sich Arbeitsunfälle im Garten wie folgt:

Die Hälfte der Unfälle kommen im Umgang mit spitzen, scharfen Gartengeräten zustande. Dazu zählen alle möglichen Schneid- und Schnittgeräte wie Heckenscheren, Gartenscheren und Motorsägen aller Art.


Gefolgt davon kommt es im Frühjahr beim Obstbaumschnitt und im Herbst während der Erntezeit zu schweren Unfällen durch Stürze von Leitern oder sonstigen „Aufstiegshilfen“.


Weitere Unfallquellen sind Stolperfallen wie z.B. Gartenschläuche, die im Weg liegen,  oder Äste die beim Schnitt im Gras liegengeblieben sind. Auch wer z.B. Gegenstände zu hoch und unsicher stapelt, baut eine potentielle Gefahrenquelle auf. Schnittverletzungen, die mit Erde in Berührung kommen, können zu schweren Blutvergiftungen führen. 


Laubsauger und benzinbetriebene Rasenmäher haben eine Lautstärke bis zu 95 Dezibel, das ist vergleichbar mit einem Presslufthammer und sicher nicht gesund für die Ohren.


Gefahren erkennen und vermeiden

Was kann man als Gartler also tun, um das Unfallrisiko zu minimieren? Wichtig ist, sich der o.g. Gefahrenquellen bewusst zu werden. 


Elektro- u. Benzingeräte

  • Arbeitsstelle absichern und Kinder fern halten.
  • PSA Schutzkleidung tragen: Handschuhe, Gehörschutz, Augenschutz, Schnittschutzkleidung vor allem an den Beinen, Helm und ggf. Sonnenschutz.
  • Konzentriert arbeiten, wenn die Arme zu sehr schmerzen - Pause machen. Die Hecke kann auch am nächsten Tag zu Ende geschnitten werden. 
  • Nach dem Arbeitsgang, Geräte vom Strom nehmen (Akku entfernen) und gründlich säubern, um beim nächsten Einsatz Blockaden durch eingetrocknetes Schnittgut zu vermeiden.
  • Regelmäßige Wartung der Geräte.

Sicherung

  • Scharfe und spitze Gartengeräte vor Kindern sichern, bzw. selbst auch nur im gesicherten Zustand transportieren. Auch hier ist eine regelmäßige Wartung zu empfehlen, da stumpfe Klingen das Verletzungsrisiko erhöhen.
  • Stolperfallen im Garten vermeiden. Kabel oder Wasserschläuche die über Wege liegen ggf. absichern. 
  • Geeignete Handschuhe bei der Gartenarbeit tragen. (bei der Arbeit mit bestimmten Maschinen z.B. Akkuschrauber keine Handschuhe tragen)

Sturzvermeidung

Mit die schwersten Unfälle kommen bei Stürzen von Leitern oder anderen Aufstiegshilfen zustande. Hier (und nicht nur da) gilt an erster Stelle - safety first! Wenn das letze Obst ganz oben im Baum nicht gut erreichbar ist - dran lassen, die Vögel freuen sich.

Das gilt auch beim Baumschnitt, lieber gesund bleiben, als mit totaler Streckung ans letzte Asterl ganz hinten einen Absturz riskieren. 


  • Stabiler Untergrund - auf weichen Böden sackt die Leiter ein und gerät in Schieflage.
  • Winkel und Sicherung - Leiter nicht zu steil aufstellen um wegrutschen zu vermeiden.
  • Zweite Person - Zur Sicherung der Leiter eine zweite Person mitnehmen.
  • Sicherer Stand - Nicht zu weit auf der Leiter über den Schwerpunkt hinauslehnen.
  • Höhe - die oberen drei Sprossen der Aufstiegshilfe nicht mehr betreten.
  • PSA - Festes, rutschfestes Schuhwerk, glatte nicht zu lockere Kleidung, um Hängenbleiben im Geäst zu vermeiden, Augenschutz, da beim nach oben schauen schnell mal was ins Auge fliegt, was zu reflexartigem Schliessen und wegdrehen führen kann.

Anmerkung: Dies ist keine vollständige Zusammenfassung aller Gefahrenquellen im Garten und auch beim Arbeitsschutz gibt es weitaus mehr Prävention als hier dargestellt. 

Text Almut Albert

M ä r z


Das neue Gartenjahr kommt langsam in Schwung.

Es wird höchste Zeit die Scholle auf eine gute Ernte vorzubereiten.

Mit als erstes sollten Bäume und Sträucher geschnitten werden.


Rückschnitt Sträucher

Beim Rückschnitt von Sträuchern ist der Zeitpunkt zu berücksichtigen.

Sträucher sollten grundsätzlich nur von Oktober bis Ende Februar geschnitten werden. Ein starker Rückschnitt oder das "auf den Stock setzen" ist laut Bundesnaturschutzgesetz vom 1. März bis 30. September verboten, um brütende Vögel zu schützen. Pflegeschnitte (Formschnitt) sind in dieser Zeit jedoch erlaubt.


Wichtige Zeitpunkte und Hinweise für den Rückschnitt:

  • Beste Zeit: Januar bis Anfang März, bevor der Saftfluss einsetzt und die Vögel brüten.
  • Herbst: Oktober/November ist ebenfalls geeignet.
  • Sommerblüher: Werden meist im Frühjahr (März) geschnitten.
  • Frühjahrsblüher: Werden direkt nach der Blüte ausgelichtet, nicht im Winter.
  • Vogelschutz: Vor jedem Schnitt unbedingt prüfen, ob Vögel in den Hecken oder Sträuchern brüten.




Rückschnitt Obstbäume und Beerrensträucher


Der Rückschnitt von Obstbäumen unterscheidet sich hauptsächlich nach Baumart (Kern- vs. Steinobst), Alter (Erziehung vs. Erhalt) und Ziel (Wachstum vs. Ertrag).

Kernobst (Apfel/Birne) wird meist im Spätwinter geschnitten, Steinobst (Kirsche/Pfirsich) im Sommer.

Grundregel: Starker Schnitt fördert das Wachstum, schwacher Schnitt (oder Sommerschnitt) fördert den Fruchtansatz.


Es gibt sehr hilfreiche Tutorial auf YouTube - hier zwei Seiten, die gut verständliche Anleitungen auf YT bereitstellen.


Baumschule Schneider

www.youtube.com/@BaumschuleSchneider


Obstbaumschule Schreiber

(4) Obstbaumschule Schreiber - YouTube

https://schreiber-baum.at/lernvideos/





April