Chronik

Intro

Langjährige Mitglieder des Vereins werden sich sicher noch an die "1. Herrschinger Kleingartenpost" erinnern.

Damals war die Begründung für die Herausgabe der Herrschinger Gartenpost "die Mitglieder noch besser über das vielseitige Vereinsgeschehen zu Informieren und an die auftretenden besonderen Ereignisse durch Wort und Bild zu erinnern" Die neue Webseite soll an diese schöne Tradition anknüpfen und sie mit heutigen Medien und Mitteln fortsetzen.

Klären wir zunächst verschiede Begriffe, die für Kleingärten verwendet werden mit der Frage:


Sind Schrebergarten und Kleingarten eigentlich das gleiche?


Tatsächlich ist mit beiden Bezeichnungen das Gleiche gemeint, denn es gibt keinen inhaltlichen Unterschied zwischen einem Kleingarten und einem Schrebergarten. Beide Begriffe bezeichnen dasselbe. Der Name „Schrebergarten“ geht auf den Arzt Daniel Gottlob Schreber zurück, während „Kleingarten“ der offizielle Begriff nach dem Bundeskleingartengesetz (BKleingG) ist. Es sind gepachtete Parzellen in Anlagen mit definierten Regeln.


Fazit:

  • Synonyme: Schrebergarten, Kleingarten, Parzelle oder Laube.
  • Rechtliche Grundlage: Das Bundeskleingartengesetz regelt Nutzung, Pacht und Pflege (meist in gemeinnützigen Vereinen).
  • Nutzung: Kleingärten dienen der Erholung, aber mindestens ein Drittel der Fläche muss für den Anbau von Obst und Gemüse genutzt werden.
  • Regeln: Die Gartenlaube darf incl. Freisitz meist maximal 24 qm groß sein, dauerhaftes Wohnen, fliessendes Wasser, z.B. eigenes WC, sowie ein Stromanschluss sind verboten. Solaranlagen sind mit Zustimmung des Vorstands erlaubt.
  • Kosten: Kleingärten sind aufgrund der Gemeinnützigkeit und Pachtverträge meist günstiger als reine Freizeitgrundstücke.


Kleingartenanlage der Gartenfreunde Herrsching - wie alles begonnen hat...

1977



Der Verein wurde bereits 1977 durch Anton Poppek gegründet. Verschiedene Gebiete standen zur Diskussion, bis schliesslich im Jahr 1987 die erste Parzelle in der neuen Kleingartenanlage nördlich des Gewerbegebiets vergeben werden konnte.


Seither hat sich die Anlage ständig weiterentwickelt...


1983

Ein Areal nördl. des Gewerbegebiets wird dem Kleingartenverein zur Verfügung gestellt. Hierbei handelt es sich um eine "Mooswiese", die teilweise als Schafweide, teilweise als Ausweichsfußballplatz genutzt wurde. Im Anschluss daran erstreckt sich ein ca. 4 Km breiter Schilfgürtel, bis hin zum Pilsensee, der als Natur- u. Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist.

1985

Genehmigung des geänderten Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes.

1986

Blick über den Bolzplatz, das Gelände

der zukünftigen Kleingartenanlage.



1987

Erste Erschließung des Geländes für die

Infrastruktur der Kleingarten Anlage.


Abschluss des Zwischenpachtvertrag zwischen dem Kleingartenverein und der Gemeinde Herrsching.

1988

Beginn mit dem Bau erster Gartenlauben.




















Auf dem zweiten Bild ist links oben der Garten Nr. 39 zu sehen.

Davor noch sehr viel freie Wiese, die z.T. zum Garten Nr. 38 wird.

1989

Offizielle Einweihung der Kleingartenanlage "Gartenfreunde Herrsching"


Bericht dazu aus der Süddeutschen Zeitung vom 15./16.07.1989 

1991

Blick über die Kleingartenanlage

(Anmerkung: Es gab '91 noch keine Drohnen, mein Papa ist auf den Kran gestiegen um das Foto zu machen)

1992

Feierliche Grundsteinlegung für das Gemeinschaftshaus


Am 25. Juli 1992 konnte die Grundsteinlegung durch den 1. Bürgermeister Adolf Wexlberger für das Gemeinschaftshaus erfolgen.


Unter hoher finanzieller Belastung für alle damaligen Parzellen-Pächter:innen, verbunden mit unzähligen Arbeitsstunden wurde das Gemeinschaftshaus der Anlage geplant und errichtet.

Das Gebäude verfügt über  einen Versammlungsraum, eine Küche, ein Büro für den Vorstand sowie eine Werkstatt und endlich auch richtige Toiletten.

Die Pflege und Erhaltung des Hauses obliegt der Mitwirkung aller Gartenfreunde und Freundinnen.




Gemeinschaftshaus Urkunden


  • Grundsteinlegung
  • Planungsgeschichte



1994


Der Verein erhält seine 1. Auszeichnung für die "Verschönerung unseres Ortes" durch die Gemeinde Herrsching.


1992 - 1995

Bau des Gemeinschaftshauses

1995

Einweihung des Gemeinschaftshauses im Mai 95


Das neue, architektonisch gut gelungene Gemeinschaftshaus konnte nach 3-jähriger Bauzeit eingeweiht werden.

Ca. 3800 (Arbeits-) Stunden Eigenleistung der "Gartler" stecken in dem Gebäude. Nur mit dieser Leistung konnte der Bau des Hauses finanziert und  verwirklicht werden. Die geschätzten Baukosten von ca. 300.000 D-Mark konnten so deutlich  auf ca. 197.000 D-Mark reduziert werden.

Die Hügellandschaft um das Haus wurde nach Plänen des Landesverbandes bayerischer Kleingärtner e.V. umgesetzt.


Der heute sehr gute Erhaltungszustand ist ebenfalls der hohen Eigenleistung der Mitglieder zu verdanken. Dazu gehört z.B. der regelmässige Neuanstrich der Aussenwände.

1995

Festzug anlässlich der Einweihung

des Gemeinschaftshauses im Mai 95


1997

Am 19. September 1997 gab es eine Jubiläumsfeier mit Fotoausstellung zum 20-jährigen Bestehen des Vereins mit Ehrung aller Gründungsmitglieder, die noch dem Verein angehören.

1998

Ein besonderer Höhepunkt in der Gartenhistorie ist der Gewinn der Silbermedaille beim 19. Bundeswettbewerb "Gärtnern im Städtebau", verliehen durch den damaligen Bundesminister für Bauwesen und Städtebau Franz Müntefering.

Medaille und Urkunde können im Original im Gemeinschaftshaus der Anlage bewundert werden.

1999

Pfingsthochwasser

2000

Hagelunwetter an Pfingsten

Leider war den Gartenfreunden auch im folgenden Jahr keine reiche Ernte beschert. Ein Unwetter hat schwere Schäden in der Anlage hinterlassen.


2001

"Dringend neue Pächter:innen gesucht"


2001 wurden dringend neue Pächter:innen gesucht und nicht gefunden.

Eine der Parzellen stand über ein Jahr lang leer. Auf Grund der Altersstruktur der Gartenfreunde, viele gingen schon auf die 80 zu,  wurden sogar noch mehr Leerstände befürchtet.

Um dem Leerstand entgegenzuwirken, gab es eine Anfrage beim Herrschinger Gemeinderat, Parzellen auch an Interessenten aus Seefeld, Hechendorf oder Andechs zu verpachten.

Dies lehnte der Gemeinderat jedoch ab, bzw. wurde die Anfrage auf Eis gelegt.

Es gab durchaus Familien mit Interesse, aber damals waren die Kosten für einen Garten mit 20.000 bis 25.000 D-Mark für viele Familien zu hoch.

Es wurde beschlossen, mit mehr Werbung neue Interessenten für einen Garten zu begeistern.

Aktuell - Stand 2026 sind alle Parzellen verpachtet.

2001

Auszeichnung für den Verein

Europa-Diplom für Kleingärtner


Im Jahr 2001 wurden die Gartenfreunde Herrsching erneut ausgezeichnet!

Als erster deutscher Kleingartenverein erhielt der Herrschinger Verein die internationale Auszeichnung für naturgerechtes Gärtnern.

Nur alle zwei Jahre wird die Auszeichnung, bzw. das Diplom durch das Office International der europäischen Kleingärtner vergeben.

https://www.jardins-familiaux.org/nations/de/deu/de_d_start.html

2005/6

Genehmigung von kleinen Gewächshäusern durch

den Herrschinger Gemeinderat


Im Jahr 2005 wurde durch den damaligen Vorstand ein Antrag für den Bau kleiner Gewächshäuser mit maximal 5 qm Fläche auf den Parzellen  an die Gemeinde gestellt. Der Antrag wurde von der Verwaltung zunächst abgelehnt, da in dem Fall eine Änderung der Satzung und des Bebauungsplans erfolgen musste.


Da die Anlage in der kältesten Ecke Herrschings liegt und bestimmte Pflanzen mehr Wärme benötigen intervenierte der Vorstand erneut bei der Gemeinde.

Schliesslich wurde der Antrag 2006 nach positiver Stellungnahme des Kreisbauamts  letztlich doch einstimmig im Herrschinger Gemeinderat genehmigt.

Nachruf

Mit großer Trauer haben wir vom plötzlichen Tod unseres Ehrenmitglieds Adolf (Adi) Wexlberger erfahren.


Ohne seinen Einsatz wäre die Anlage und Grundsteinlegung unseres Gemeinschaftshauses nicht möglich gewesen.

Als Ehrenmitglied war er nicht nur ein geschätzter Wegbegleiter, sondern auch ein Vorbild für Zusammenhalt, Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung. Sein Wirken wird in unserem Verein unvergessen bleiben.

Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei seiner Familie und allen Angehörigen. Ihnen gilt unser aufrichtiges Mitgefühl.

Wir werden unserem Ehrenmitglied für immer ein ehrendes Andenken bewahren.

Der Vorstand und die Mitglieder des Kleingartenvereins